Masern Infektion

Allein im Januar und Februar 2019 wurden in der Schweiz 50 Masernfälle verzeichnet, was im Vergleich zur selben Vorjahresperiode mit 12 Fällen eine Zunahme von 317% bedeutet. 2019 erkankten insgesamt 49 Personen. Im Zeitraum 2018/2019 waren 29% der Fälle jünger als 10 Jahre alt, 17% zwischen 10- und 19-jährig; 54% waren 20-jährig oder älter. 92% der Fälle waren nicht oder nur unzureichend geimpft. 15% der Fälle mussten hospitalisiert werden; bei 6% der Fälle wurde eine Pneumonie, bei 1% (1 Fall) sogar eine Enzephalitis diagnostiziert. Im Februar 2017 starb erstmals seit 2009 wieder ein Masernpatient in der Schweiz. (Info BAG).

Das Masern (Morbilli)-Virus kommt weltweit vor und ist weltweit immer noch eine der häufigsten Todesursachen für junge Kinder, obwohl sichere und wirksame Impfstoffe zur Verfügung stehen. Nach WHO-Angaben sterben weltweit täglich rund 450 Menschen, meist Kinder unter fünf Jahren, an Masern.

Die Inkubationszeit beträgt 9 bis 12 Tage. Aber bereits vor Auftreten der ersten Krankheits- zeichen können die infizierten Kinder andere Personen anstecken. Diese Übertragungsgefahr dauert solange an, wie sich der Ausschlag zeigt.

Symptome

Die ersten Zeichen einer Infektion mit Masern sind:

  • untypische Entzündungen im Nasen-Rachen-Raum,
  • Entzündung der Bindehaut und
  • trockener Husten und Fieber

Es bilden sich charakteristische weiße, punktförmige, von einem roten Hof umgebene Flecken auf der Schleimhaut im Mund, sie sogenannten Koplik-Flecken, welche aber häufig unbemerkt bleiben.

Nach einem zwischenzeitlichen Temperaturabfall treten nach 3-5 Tagen, unter erneutem Fieberschub, die ersten punktförmigen Rötungen auf der Haut auf. Sie beginnen hinter den Ohren. Von dort breiten sie sich innerhalb der nächsten 3 Tage flächenhaft über den ganzen Körper aus. Nach einigen Tagen blassen die Rötungen ab und die Flecken bilden sich in der Reihenfolge ihres Auftretens zurück. Der Rückgang wird teilweise von schuppiger Haut begleitet.

Komplikationen

Wegen des geschwächten Immunsystems treten manchmal sekundär andere Infektionen auf. Häufig sind es dann Bronchitiden, Lungen- oder Mittelohrentzündungen, die den Verlauf der Erkrankung verlängern. In seltenen Fällen (bei 1 von 1000 Erkrankten) kommt es nach 1-2 Wochen zu Hirnentzündungen, welche im schlimmsten Fall zu einer bleibenden Behinderung führen können. Die Sterblichkeit an Masern beträgt heute in den Industrieländern 1 bis 3 Personen auf 10’000 Erkrankte, in Dritte-Welt-Ländern kann sie 300-500 pro 10’000 Erkrankten oder mehr betragen.

Therapie:

Ein Medikament, das die Masern-Viren direkt bekämpft, gibt es nicht. Mit hustenstillenden und fiebersenkenden Medikamenten können die Krankheitsbeschwerden gelindert werden. Bettruhe ist bei Masern unbedingt erforderlich. Die meisten Patienten reagieren wegen ihrer Bindehautentzündung sehr lichtscheu und sollten sich deshalb in einem abgedunkelten Raum aufhalten. Bei Vorliegen einer Mittelohr- oder Lungenentzündung müssen Antibiotika verabreicht werden.

Impfung:

Es wird empfohlen, die erste Impfdosis im Alter von 9 Monaten und die zweite Dosis mit 12 Monaten (frühestens 1 Monat nach der 1. Dosis) zu verabreichen. Kinder, Jugendliche oder Erwachsene (geboren nach 1963), die noch nicht mit zwei Dosen geimpft sind, können sich jederzeit impfen lassen. Erwachsene, welche mit dem Impfstoff Trivalent geimpft wurden, sollte eine 3. Impfung durchführen, da dieser Impfstoff keine sicheren Schutz bietet.

Impfstoff in der Schweiz enthält bereits seit Jahren kein Quecksilber mehr. Auch ist in Priorix, dem am häufigsten verabreichten Masernimpfstoff kein Aluminium enthalten. Dies obwohl bisher nicht nachgewiesen werden konnte, dass Aluminiumdosen, welche in anderen Impfstoffen zu finden sind, gesundheitschädlich sind.

Impfen mit Vernunft

Kann die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln Autismus auslösen? (Spiegelartikel 2010)